Geschichte des ZeS in den Jahren 2006-2010


Irreguläre Arbeit in Privathaushalten
Irreguläre Arbeit in Privathaushalten
Bestandsaufnahme und Lösungsansätze von Karin Gottschall und Manuela Schwarzkopf.

Der Bedarf privater Haushalte an Hilfe bei Haushaltsführung, Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen steigt. Er wird in Deutschland überwiegend durch irreguläre Arbeit gedeckt. Die Studie zeigt, dass institutionelle und rechtliche Regulierungen diese Konstellation für beide Seiten, Haushalte wie Beschäftigte, begünstigen: Sozial- und steuerrechtliche Regelungen legen eine geringfügige Beschäftigung von verheirateten Frauen nahe. Restriktive Zuverdienstregeln im Sozialleistungsrecht und hohe Abgaben auf Niedrigeinkommen führen dazu, dass Sozialleistungsbeziehende und Geringverdienende ihre prekäre ökonomische Situation mit regulärer Beschäftigung kaum verbessern können. Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union schließlich haben auf Grund restriktiver Zuwanderungsregelungen kaum Möglichkeiten, in Deutschland legal einer Arbeit nachzugehen. Gesteigert werden könnte das Interesse an regulärer Beschäftigung u. a. durch eine Anhebung der Zuverdienstgrenzen und die Förderung Existenz sichernder Beschäftigung im Bereich haushaltsbezogener Dienstleistungen.

Publikation:

Gottschall, Karin; Schwarzkopf, Manuela, 2010: Irreguläre Arbeit in Privathaushalten. Rechtliche und institutionelle Anreize zu irregulärer Arbeit in Privathaushalten in Deutschland. Bestandsaufnahme und Lösungsansätze, Arbeit und Soziales/217/2010, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Manuela Schwarzkopf
Abschlussbericht: Bürgerversicherung statt Kopfpauschale
Abschlussbericht: Bürgerversicherung statt Kopfpauschale
Gemeinsame Erklärung der Reformkommission "Für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft".

Am 13. Dezember 2010 hat die vom DGB eingesetzte Reformkommission “Für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft“, an der u. a. Heinz Rothgang vom ZeS als Experte mitwirkte, der Bundesratspräsidentin und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ihren Abschlussbericht übergeben.

In der Kommission haben Gewerkschafter gemeinsam mit Vertretern von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaftlern und weiteren gesellschaftlichen Organisationen eigene Vorschläge zur Weiterentwicklung der solidarischen Krankenversicherung ausgearbeitet und wurden dabei von einem wissenschaftlichen Expertengremium fachlich beraten und unterstützt.

In ihrer “Gemeinsamen Erklärung“ wendet sich die Kommission gegen die Regierungspläne zur Kopfpauschale in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und fordert stattdessen den Ausbau der solidarischen Finanzierung zu einer sozialen Bürgerversicherung, die alle Bürger umfasst. Für deren Finanzierung sollen neben Lohn und Gehalt auch andere Einkommensarten berücksichtigt werden. Zudem werden mehrere Optionen aufgezeigt, wie auch Einkommen oberhalb der derzeitigen Beitragsbemessungsgrenze in die Beitragspflicht einbezogen werden kann. Durch eine Kombination der im Bericht aufgeführten Optionen zur Bürgerversicherung ist ein finanzieller Gestaltungsspielraum möglich, der einer Beitragssatzsenkung von 2,2 Prozentpunkten entspricht.

Download:
Bürgerversicherung statt Kopfpauschale. Gemeinsame Erklärung für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft
, Abschlußbericht DGB Bundesvorstand | Abteilung Sozialpolitik

Weitere Informationen:
Reform-Kommission: Bürgerversicherung statt Kopfpauschale, Pressemitteilung des DGB vom 13.12.2010

Publikationen:
Greß, Stefan; Rothgang, Heinz, 2010: Finanzierungsreform der Krankenversicherung in Deutschland. Vorschläge für ein Maßnahmebündel jenseits der Kopfpauschale, im Auftrag von: Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

Rothgang, Heinz, 2010: Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung: Bürgerversicherung als Alternative zu den aktuellen Regierungsplänen, in: G+G Wissenschaft, 10 (4), S. 27 - 35

Rothgang, Heinz; Arnold, Robert; Unger, Rainer, 2010: Berechnungen der finanziellen Wirkungen verschiedener Varianten einer Bürgerversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, im Auftrag von: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Zentrum für Sozialpolitik , Bremen


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Jede zweite Frau und jeder dritte Mann werden dement.

Demenz dominiert in der Pflege. Laut dem aktuellen BARMER GEK Pflegereport 2010 müssen fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann damit rechnen, dement zu werden. 29 Prozent der männlichen und 47 Prozent der weiblichen Versicherten, die 2009 im Alter von über 60 Jahren verstarben, hatten eine Demenzdiagnose. Der von einer Arbeitsgruppe um Professor Heinz Rothgang am Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) verfasste Report liefert mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der Pflegeversorgung in Deutschland eine gute Grundlage für die weitere Debatte. 

Gegenwärtig geht die Studie von 1,2 Millionen Demenzkranken aus. Für das Jahr 2030 prognostizieren die Wissenschaftler einen deutlichen Anstieg auf 1,8 Millionen und für 2060 auf 2,5 Millionen. Der Anteil der Demenzkranken an der Gesamtbevölkerung erhöht sich damit innerhalb von 50 Jahren um das Zweieinhalbfache von heute 1,5 auf dann 3,8 Prozent.

Die Studie stellt auch klar, dass Demenz fast zwangsläufig zur Pflegebedürftigkeit führt. Studienleiter Heinz Rothgang: Zwar ist eine Demenzerkrankung nicht sofort mit Pflegebedürftigkeit verbunden. Mit der Demenzdiagnose vervierfacht sich allerdings die Wahrscheinlichkeit, noch im selben Quartal als pflegebedürftig eingestuft zu werden. Nur zehn Prozent der im Jahr 2009 verstorbenen Dementen waren nicht pflegebedürftig.

Mit der Demenz sind intensivere Pflegeverläufe verbunden, professionell erbrachte Pflegeleistungen werden viel stärker in Anspruch genommen. Demente Versicherte im Alter ab 60 Jahren haben bei Pflegebedürftigkeit zu rund 20 Prozent die Pflegestufe 3. Unter allen Pflegebedürftigen ab 60 Jahren liegt der Anteil lediglich bei zwölf Prozent. Abhängig vom Alter werden zwischen 40 und 70 Prozent der pflegebedürftigen Dementen in Pflegeheimen versorgt. Unter allen Pflegebedürftigen sind es hingegen nur 28 Prozent. Der höhere medizinische und pflegerische Betreuungsaufwand verursacht erheblich höhere Kosten. So liegen die monatlichen Aufwendungen der Sozialversicherungen für einen Demenzkranken durchschnittlich um rund 800 Euro höher als bei einer gleichaltrigen nicht dementen Person.

Auch der Anstieg der allgemeinen Pflegebedürftigkeit ist massiv: Unter den im Jahr 2009 verstorbenen männlichen Versicherten ist der Anteil der vormals Pflegebedürftigen von rund 40 Prozent im Jahr 2001 auf 47 Prozent in 2009 gestiegen, unter den verstorbenen Frauen entwickelten sich die Anteile im selben Zeitraum von rund 60 auf 67 Prozent. Damit werden schon von durchschnittlich mehr als 50 Prozent der Versicherten kurz vor dem Ableben Pflegeleistungen in Anspruch genommen.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, appellierte in diesem Zusammenhang auf der Bundespressekonferenz am 30. November 2011 an die Koalition, die Neuausrichtung der Pflege zu forcieren. Bevor die Politik alternative Versicherungs- und Finanzierungsformen ins Spiel bringe, solle sie sich zuerst über den künftigen Leistungsinhalt und -umfang der Pflegeversicherung verständigen. Ob und wie eine ergänzende Finanzierung des Pflegebedarfs zu realisieren sei, hänge im hohen Maße vom künftigen Pflegebedürftigkeitsbegriff ab. Vorrangig muss die Leistungsfrage beantwortet werden. Erst dann kann entschieden werden, ob wir überhaupt eine neue Finanzierungssäule in der Pflegeversicherung brauchen oder ob nicht die klassische Beitragsfinanzierung eine angemessene Antwort auf die Finanzierungsherausforderung gibt.

Publikation:
Rothgang, Heinz; Iwansky, Stephanie; Müller, Rolf; Sauer, Sebastian; Unger, Rainer, 2010: Barmer GEK Pflegereport 2010. Schwerpunktthema: Demenz und Pflege, BARMER GEK, Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse/5, Sankt Augustin: Asgard

Gutachten:
Rothgang, Heinz, 2010: BARMER GEK Pflegereport 2010. Steigende Bedeutung der Demenz, Barmer GEK (Hg.), Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen, Berlin

Vortrag:
Rothgang, Heinz, 2010: Barmer GEK-Pflegereport 2010: Demenz und Pflege, Vorstellung des Barmer GEK-Pflegereports 2010, Berlin, Deutschland, 30.11.2010


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dr. Rainer Unger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58553
E-Mail: rainer.unger@uni-bremen.de

Dr. rer. pol. Rolf Müller
Sebastian Sauer
Stephanie Iwansky
v.li.n.re.: Reinhard Krumm (FES Moskau), Stefan Traub (ZeS)
v.li.n.re.: Reinhard Krumm (FES Moskau), Stefan Traub (ZeS)
Armut ist ein gesellschaftliches Problem, das sowohl Russland als auch Deutschland betrifft - allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.

Vor dem Hintergrund unterschiedlicher sozialer und politischer Kontexte diskutierten auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen und des Moskauer Instituts für Moderne Entwicklung am 9. November 2010 Experten, Praktiker und Politiker in Moskau.

Während in der Bundesrepublik meist das Problem der relativen Armut im Vordergrund steht und sich sozialpolitische Debatten an Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe von Arbeitslosen oder Menschen mit Behinderung entzünden, konzentriert sich die russische Sozialpolitik häufig auf die reine Existenzsicherung. Igor Jurgens, Vorstandsvorsitzender des Instituts für Moderne Entwicklung, beschrieb in seinem Vortrag die soziale Orientierung der russischen Antikrisenpolitik, die ein Anwachsen der Armut verhindert habe. Sein Vorstandskollege Jewgenij Gontmacher legte besonderen Wert auf eine erfolgreiche Wachstumspolitik als beste Strategie der Armutsbekämpfung, die aber in Russland nur bei einer weiteren Diversifizierung der Wirtschaft gelingen könne. Wladimir Trubin vom Ministerium für Gesundheitsschutz und soziale Sicherung der Russischen Föderation stellte anschaulich die unterschiedlichsten Sozialprogramme auf föderaler und regionaler Ebene vor.

Christian Peters (ZeS), Felix Hett (FES Moskau), Reinhard Krumm (FES Moskau), Stefan Traub (ZeS), Franz Thönnes (MdB), Norbert Klein (Deutsche Botschaft Moskau), Wolfgang Schröder (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie/Brandenburg).Die positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes in den letzten Monaten wertete Wolfgang Schröder, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg als Ergebnis kluger Politik und gemeinsamer Anstrengungen der Sozialpartner zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes: Die staatliche geförderte Kurzarbeit sowie die Einführung betriebsinterner Arbeitszeitkonten hätten ein Anwachsen der Arbeitslosenzahlen in der Krise verhindert. Stefan Traub, einer der Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung am ZeS, plädierte dafür, dem Problem der gesellschaftlichen Teilhabe von Arbeitslosen mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Eine Politik, die rein auf die Überlebenssicherung abstelle, führe nur zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Franz Thönnes ging in seinem Vortrag auf die Probleme der Umsetzung der UNO-Konvention für den Schutz der Rechte von Behinderten ein und schlug die Bildung einer deutsch-russischen Arbeitsgruppe zu dieser Frage vor. Insgesamt zeigte der nunmehr dritte deutsch-russische Expertenkreis zur Sozialpolitik damit erneut den hohen Bedarf für einen bilateralen Erfahrungsaustausch auf.

Weitere Informationen:
Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro der FES in der Russischen Föderation
The Institute of Contemporary Development (INSOR)

Gutachten von Heinz Rothgang, Robert Arnold und Rainer Unger im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) leidet seit vielen Jahren unter einer strukturellen Einnahmeschwäche, die daraus resultiert, dass die Gesamtsumme der beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlohnsumme) langsamer wächst als das Bruttoinlandsprodukt. Bei Ausgaben der GKV, die in etwa parallel zum BIP wachsen, hat dies in der Vergangenheit zu kontinuierlich steigenden Beitragssätzen in der GKV geführt. Bei einem gesetzlich fixierten und als vorläufig konstant unterstellten einheitlichen Beitragssatz in der GKV resultiert hieraus eine permanente Finanzierungslücke, die in der Vergangenheit zu steigenden Beitragssätzen geführt hat. Zudem werden in der GKV diverse Ungerechtigkeiten beklagt, die sich sowohl auf die horizontale als auch auf die vertikale Gerechtigkeit beziehen. In Bezug auf die horizontale Gerechtigkeit wird dabei beklagt, dass Haushalte mit gleichem Einkommen und damit gleicher ökonomischer Leistungsfähigkeit zu ungleichen Beitragszahlungen herangezogen werden, je nachdem aus welchen Einkommensarten sich ihr Einkommen speist. Bei einem Haushaltseinkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze hängt die Höhe der beitragspflichtigen Einkommen zudem davon ab, wie sich das Haushaltseinkommen bei einem Ehepaar auf die beiden Partner verteilt. In Bezug auf die vertikale Gerechtigkeit wird beklagt, dass sich der Umverteilung in Richtung auf einkommensschwächere Haushalte entziehen können, indem sie von der Gesetzlichen in die Private Krankenversicherung wechseln.

Das Konzept der Bürgerversicherung will dem entgegentreten durch eine Ausweitung des versicherungs- und beitragspflichtigen Personenkreises in die GKV und eine weitergehende Verbeitragung auch anderer Einkommen und Einkommensarten. Allerdings hängen sowohl die fiskalischen Gesamteffekte als auch die Verteilungswirkungen von der Ausgestaltung der Konzeption ab, für die mehrere Parameter variiert werden können. Um diese Effekte zu quantifizieren, hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen das vorliegende Gutachten in Auftrag gegeben.

Vortrag:
Rothgang, Heinz; Arnold, Robert; Unger, Rainer, 2010: Berechnungen zu den finanziellen Wirkungen verschiedener Varianten einer Bürgerversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, Präsentation Gutachten, Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Berlin, Deutschland, 11.10.2010

Gutachten:
Rothgang, Heinz; Arnold, Robert; Unger, Rainer, 2010: Berechnungen der finanziellen Wirkungen verschiedener Varianten einer Bürgerversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, im Auftrag von: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Zentrum für Sozialpolitik , Bremen


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dr. Rainer Unger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58553
E-Mail: rainer.unger@uni-bremen.de

Robert Arnold
Der Westen und seine Religionen
Der Westen und seine Religionen
Hg. von Roland Löffler und Christian Peters.

Der Säkularisierungsthese zum Trotz scheinen die Religionen lebendiger denn je. War die Rede vom Verfall und der Privatisierung des Glaubens falsch, oder beobachten wir ganz neue Formen des gesellschaftlichen Umgangs mit Religion?

Die wichtigsten Stichwortgeber aus Politik, Religion und Wissenschaft diskutieren gemeinsam die Gefahrenpotenziale und Chancen. So ergeben sich spannende Kontroversen sowie neue Einsichten zu einer der entscheidenden Zukunftsfragen:

  • Warum wird gegenwärtig so heftig über religiöse Symbole gestritten?

  • Wie ist das Verhältnis des Islam zum Grundgesetz zu bestimmen?

  • Wie säkular ist unsere Gesellschaft wirklich?

  • Welche Friedensfähigkeit, welches Konfliktpotenzial liegt in den Religionen?

  • Wie ist ein zukunftsweisender interreligiöser Dialog zu gestalten?

  • In welchem Verhältnis stehen Religionskritik, Literatur und ästhetischer Diskurs?

Mit Beiträgen unter anderem von Wolfgang Schäuble, Dan Diner, Navid Kermani, Friedrich Wilhelm Graf, José Casanova, Herbert Schnädelbach, Lale Agkün, Hans Joas.

Publikation:
Peters, Christian; Löffler, Roland, 2010: Der Westen und seine Religionen. Was kommt nach der Säkularisierung?, Freiburg: Herder


Kontakt:
Dr. Christian Peters
The State and Healthcare: Comparing OECD Countries
The State and Healthcare: Comparing OECD Countries
Von Heinz Rothgang, Mirella Cacace, Lorraine Frisina, Simone Grimmeisen, Achim Schmid, Claus Wendt.

The economic crises of the 1970s marked the end of the ‘Golden Age’ of the welfare state and triggered a broad range of cost containment measures in OECD countries. In the healthcare sector the difficulties of cutting back state involvement are largely caused by the fact that the legitimacy of health systems is based on their capability to provide a satisfactory standard of healthcare for all citizens, irrespective of their ability to pay for it. Hence, the divergent healthcare system types of the heydays of the welfare state which were characterized by the distinct role of the state have now changed profoundly. Combining cross-sectional studies on healthcare financing, provision and policy values with in-depth country studies of Britain, Germany and the US, this volume argues that divergent healthcare system types are now converging toward hybrid forms.

Publikation: 
Rothgang, Heinz; Cacace, Mirella; Frisina Doetter, Lorraine; Grimmeisen, Simone; Schmid, Achim; Wendt, Claus, 2010: The state and healthcare. Comparing OECD countries, Transformations of the State, Basingstoke: Palgrave Macmillan


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dr. Lorraine Frisina Doetter
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58561
E-Mail: frisina@uni-bremen.de

Dr. Achim Schmid
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58526
E-Mail: aschmid@uni-bremen.de

Simone Grimmeisen
Claus Wendt
Prof. Dr. Mirella Cacace
Katholische Hochschule Freiburg
Karlstrasse 63
79104 Freiburg
Tel.: +49 761 200-1553
E-Mail: mirella.cacace@kh-freiburg.de

Professor Philip Manow hat einen Ruf der Universität Bremen angenommen.

Philip Manow wird im Oktober 2010 seine Tätigkeit als Professor der Universität Bremen und als Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung am Zentrum für Sozialpolitik aufnehmen. Die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung wird er gemeinsam mit Professor Stefan Traub leiten.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Politischen Ökonomie, dem Wohlfahrtsstaatsvergleich, dem politischen System der Bundesrepublik und der Europäischen Integration. Zuvor war Manow an den Universitäten Heidelberg und Konstanz sowie am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung tätig.

Am Zentrum für Sozialpolitik wird Philip Manow insbesondere zum Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Strukturwandel, Sozialpolitik und Parteienwettbewerb arbeiten. An der Universität Bremen wird er die Vorlesung Politik und Wirtschaft unterrichten sowie unter anderem Veranstaltungen zur Sozialpolitik, der Vergleichenden Politikwissenschaft und dem politischen System der Bundesrepublik anbieten.

Einer der neuen Mitarbeiter von Philip Manow wird Holger Döring, der zuvor Postdoktorand am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz war. Holger Döring untersucht in seinen Arbeiten die Wirkungsweisen und Effekte von politischen Institutionen. Er wird an der Universität Bremen Lehrveranstaltungen zur Vergleichendem Politikwissenschaft und zu Methoden der Politikwissenschaft anbieten.


Kontakt:
Prof. Dr. Philip Manow
am 12. Oktober 2010 beim Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie unter Mitwirkung von Karin Gottschall.

Auf dem 35. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (11.-15 Oktober 2010, Frankfurt a.M.) moderiert Karin Gottschall (Leitung der Abteilung Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat, Zentrum für Sozialpolitk) zusammen mit Günther G. Voß und Birgit Riegraf das Plenum Transnationale Arbeit: Globale Verflechtungen, nationale Effekte am Dienstag, den 12. Oktober 2010 von 09.00 - 12.30 Uhr.

Vorträge des Plenums
Transnationale Arbeitsmärkte und nationale Beschäftigungssysteme in der EU
Gerhard Bosch (Duisburg-Essen)

Arbeit in dynamischen transnationalen Wertschöpfungsketten: Alte und neue Ungleichheiten
Jörg Flecker / Ursula Holtgrewe / Annika Schönauer (Wien)

Transnationale Arbeit, transregionale Arbeit, mobile Arbeit: Welche Konsequenzen hat entgrenzte Erwerbsarbeit auf die private Lebensführung?
Detlev Lück (Mainz)

Migrantinnen in der häuslichen Pflege im internationalen Vergleich: Ethnisierung im Zusammenspiel von Pflege-, Migrations- und EU-Politiken
Hildegard Theobald (Vechta)


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Prekäre Legitimitäten
Prekäre Legitimitäten
Von Frank Nullmeier, Dominika Biegon, Jennifer Gronau, Martin Nonhoff, Henning Schmidtke, Steffen Schneider.

Politische Herrschaft konzentriert sich nicht mehr allein auf die Ebene des Nationalstaats. Supra- und internationale Regimes wie EU, UNO und G8 haben im Zeitalter der Globalisierung an Bedeutung gewonnen. Wie aber steht es um die demokratische Legitimität der entstehenden postnationalen Herrschaftsformen?

Die Autorinnen und Autoren beleuchten, welche Rechtfertigungsmuster die öffentliche Debatten dominieren und welche Prinzipien dabei im Mittelpunkt positiver bzw. kritischer Bewertungen stehen. Deutlich wird: Bisher ist die demokratische Legitimität der neuen Herrschaftsformen vielfach noch prekär geblieben.

Publikation:
Nullmeier, Frank; Biegon, Dominika; Gronau, Jennifer; Nonhoff, Martin; Schmidtke, Henning; Schneider, Steffen, 2010: Prekäre Legitimitäten. Rechtfertigung von Herrschaft in der postnationalen Konstellation, Staatlichkeit im Wandel/14, Frankfurt a.M.: Campus


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@difis.org

Dominika Biegon
Dr. Jennifer Gronau
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
E-Mail: jgronau@uni-bremen.de

Henning Schmidtke